Die SG Flensburg-Handewitt hat ihren sehr guten Start ausgebaut. Am Abend schlug sie die MT Melsungen mit 29:25 (16:11). „Damit haben wir zum ersten Mal überhaupt im September keine Niederlage in der DKB Handball-Bundesliga kassiert“, freute sich SG Trainer Ljubomir Vranjes.

„Die Mannschaft ist sehr gut drauf, demonstriert auf allen Positionen Selbstvertrauen. So müssen wir weitermachen.“ Auch SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke bilanzierte hochzufrieden: „Ich habe mir heute überhaupt keine Gedanken gemacht. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie nicht nach hinten, sondern nur nach vorne schaut.“ Damit spielte er an auf die ärgerliche Niederlage vor Jahresfrist. „Auf diesen Sieg sind wir im Vorfeld vielfach angesprochen worden“, berichtete MT-Manager Axel Geerken. „Aber in Flensburg gewinnt man nun einmal nur sehr selten.“ Die SG begann mit fast der identischen Aufstellung wie zuletzt gegen die Rhein-Neckar Löwen. Einzige Änderung: Petar Djordjic fing im linken Rückraum an. Bei Melsungen versuchte es zunächst hauptsächlich Momir Rnic, der das 0:1 erzielte. Dann war aber Mattias Andersson der Herr der „Hölle Nord“. Der schwedische Keeper knüpfte da an, wo er am Samstag aufgehörte hatte. Nach etwas mehr als fünf Minuten hatte er bereits fünf Paraden auf dem Konto und bewegte sich zeitweise im Bereich einer 80 Prozent-Quote. Die Fans waren aus dem Häuschen. „Wir haben freie Chancen ausgelassen und frühe Zeitstrafen kassiert“, ärgerte sich MT-Coach Michael Roth. „So bringt man eine Mannschaft, die ohnehin vor Selbstvertrauen strotzt, so richtig ins Spiel.“ In der Tat: Die SG Angreifer warfen schnell ein Polster heraus. Holger Glandorf sauste mit seiner Dynamik durch und erzielte das 6:1. Michael Roth bat seine Truppe das erste Mal zur Auszeit. An der Dominanz der Gastgeber änderte sich nichts. Immer wenn die Hessen verkürzten, antwortete die SG. Lasse Svan vollendete eine schnelle Mitte zum 8:3. Anders Eggert kullerte den Ball von Linksaußen zum 10:5 in die Maschen. Der alte Mann kommt in Form, das freut mich“, sagte Ljubomir Vranjes.











Dann ein Mini-Tief: Melsungen verkürzte auf 10:8. Aus dem Rhythmus ließen sich die Hausherren aber nicht bringen. Mit Kentin Mahé mischte nun eine frische Rückraum-Kraft mit. Thomas Mogensen düste zum 13:9, der Gegner beantragte bereits das zweite Team-Timeout. „In dieser Phase fehlte der Impuls von hinten“, meinte Michael Roth. „Wir haben es mit Johan Sjöstrand im Tor versucht, aber er braucht noch ein paar Tage, um wieder zur alten Verfassung zu finden.“ Das Vier-Tore-Polster der SG hielt. Kurz vor der Pause spendeten die Zuschauer stehende Ovationen. Dabei drückte Lasse Svan den Ball zum 16:11 ins Netz und verschwand hocherfreut in der Kabine.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bekam Kentin Mahé sogleich einen Strafwurf zugesprochen, den Anders Eggert sicher verwandelte. 17:11! Der Gast rückte auf 18:14 heran, Dann unterlief der SG ein Ballverlust.

Geistesgegenwärtig sprang Kentin Mahé in den Gegenstoß. Sofort wurde umgeschaltet, Anders Eggert tauchte frei vor dem MT-Gehäuse auf und versenkte den Ball. Das machte der „Hölle Nord“ sichtlich Spaß. „Die Zuschauer haben gemerkt, dass es in dieser Saison darauf ankommt, es gemeinsam zu schaffen“, lobte Dierk Schmäschke.

Johan Jakobsson kam in die Partie und erzielte das 23:18. Kurz darauf stand der Schwede neben seinem Linkshänder-Kollegen Holger Glandorf auf der Platte. Eine Zeitstrafe gegen Lasse Svan hatte diesen seltenen Anblick ermöglicht. Derweil war Petar Djordjic nun in Abwehr und Angriff gefordert. Das Spiel steuerte spätestens dann auf eine Entscheidung zu, als die Melsunger zwei Siebenmeter nicht unterbringen konnten.

„Eigentlich haben wir uns ganz ordentlich aus der Affäre gezogen“, meinte Michael Roth. „Es gibt aber ein paar Spieler, die ihrer Form noch etwas hinterherhinken.“ In der 53. Minute brandete warmer Applaus auf: Ivan Horvat feierte seine Bundesliga-Premiere. Kurz darauf ein ähnliches Bild, als Anders Zachariassen in die Partie einstieg. Ljubomir Vranjes trommelte seine Jungs noch einmal zusammen, um die Taktik an die neue Besetzung anzupassen. Es fruchtete: Ivan Horvat machte gleich danach sein erstes Tor. „Er versteht mehr und mehr unsere Abläufe“, erwähnte der Coach. Die Fans sangen: „Die Nummer eins im Land sind wir!“ Derweil blickte Dierk Schmäschke bereits nach vorne. „Als nächstes kommt eine absolute Weltklasse-Mannschaft, da müssen wir alles geben“, wies er auf den Einstieg in die VELUX EHF Champions League hin. Für das Heimspiel am Samstag um 17.30 Uhr gegen Telekom Veszprém sind bislang 4250 Tickets abgesetzt.

Quelle: SG INFO TEAM

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