Ein schrecklicher Unfall sorgte am Samstagabend für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Tarp. Gegen 18 Uhr kam es am Bahnübergang in unmittelbarer Nähe des Tarper Bahnhofes zu einem schweren Zugunfall. Ein aus Richtung Dänemark kommender Güterzug erfasste am Bahnübergang zwei PKW. „Aufgrund von Bauarbeiten ist der Bahnübergang hier in Tarp derzeit auf manuellen Betrieb umgestellt“, erklärt  Jürgen Lieske der Einsatzleiter der Feuerwehr, „eine Regionalbahn aus Schleswig hat den Bahnübergang passiert, danach sollen die Schranken geöffnet worden sein“, so Lieske weiter. Ein PKW soll den Bahnübergang noch passiert haben, zwei folgende Fahrzeuge wurden dann von dem herannahenden Güterzug erfasst. Das erste Fahrzeug, ein Volvo kam erst nach rund 80 Metern total zerstört im Gleisbett zum Liegen. „Der PKW wurde regelrecht durch die Luft gegen die Hochspannungsleitung geschleudert“, berichtet Dennis Schmidt, der direkt am Bahnübergang mit seiner Familie wohnt. Das zweite Unfallfahrzeug, der Opel eines ca. 70jährigen Mannes wurde in ein Metallzaun am Bahnübergang geschleudert.

Nach Eingang der ersten Notrufe ging die Rettungsleitstelle der Feuerwehr in Harrislee zunächst von bis zu acht Fahrzeuginsassen aus und schickte ein Großaufgebot an Rettungskräften an den Einsatzort. Neben mehreren Rettungswagen wurden auch zwei Notärzte und der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes angefordert. Was die Anzahl der Verletzten betraf, so konnte schnelle Entwarnung gegeben werden. In beiden PKW befanden sich aus den Fahrern keine weiteren Personen.











Dennis Schmidt zögerte keine Sekunde, er rannte aus dem Haus, stieg über den Güterzug und befreite mit einem weiteren Ersthelfer den Unfallfahrer aus dem Volvo. „Ich habe die Seitenscheibe eingeschlagen und so konnten wir den Mann aus dem Fahrzeug befreien“, so Schmidt. Anschließend stieg er zu dem einklemmten und schwer verletzten älteren Herren in den Opel und kümmerte sich um diesen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Nach Eintreffen der Feuerwehr begannen die Kameraden sofort mit der Rettung des schwer eingeklemmten Mannes. Aufgrund der lebensbedrohlichen Verletzungen entschied sich der Notarzt den Mann mit einer sogenannten Crashrettung aus dem Fahrzeug zu holen. Dabei geht es nicht primär darum den Mann so behutsam wie möglich, sondern eher schnellstmöglich aus dem Fahrzeug zu befreien um ihn umfangreich und vor allem zeitnah medizinisch versorgen zu können. „Wir haben das Dach abgetrennt um den Mann aus dem Fahrzeug zu befreien“, so Einsatzleiter Lieske.

Beide Fahrer der PKW wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen in umliegende Kliniken gefahren. Auch der Lokführer, der unter Schock stand, wurde vom Rettungsdienst betreut und versorgt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft soll ein Sachverständiger die Bundespolizei bei der Unfallaufnahme unterstützen. „Es haben am Bahnübergang Bauarbeiten stattgefunden“, so Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei, „ob die Schrankenanlage außer Betrieb war und ob hier gegebenenfalls sogar menschliches Versagen vorliegt, dass können wir derzeit noch nicht sagen und werden wir nun ermitteln.“ Augenzeugen berichten, dass die Schranken nach der Durchfahrt der Regionalbahn wieder geöffnet worden sind, Sekunden bevor der Güterzug den Bahnübergang passierte und mit den PKW kollidierte.

Bereits unmittelbar nach dem Unfall wurden beide Gleise seitens der Bahn gesperrt und die Oberleitungen abgeschaltet. Der Zugverkehr ist bis auf weiteres ausgesetzt worden, ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet. Wann die Gleise wieder befahrbar sind ist derzeit noch völlig unklar. Die Bergung des PKW, der rund 80 Meter vom Zug mitgeschleift wurde, wird nicht einfach, da dieser von der Straße nicht erreichbar ist.

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