Ein Kommentar zur Situation am Harniskai

Den letzten beissen die Hunde – solange er sich am Harniskai aufhält. Jüngst berichtete der SHZ von angriffslustig zuschnappenden Hunden, welche den Spaziergängern den Ausgang am Harniskai gründlich vermiesen. Wohlgemerkt dem Harniskai, der durch seine Umzäunung ohnehin die Freude am Spaziergang zunichte macht. Der durch die Europawiese in die Schlagzeilen geriet. Ich habe es noch im Ohr – wie kann so ein schöner Ort in Flensburg nur so brachliegen?











Alles halb so schlimm, Schnee von gestern. Was brauchts denn schon einen Weg am Wasser, wenn man eh gebissen wird? Wenn man mit tränenden Augen zuschauen muss, wie eine kleine Flensburger Randgruppe ihre schrottreifen Wohn- und Bauwagen hinter einer Phalanx aus Paletten fragwürdiger Herkunft verschanzt? Wenn man staunend entdeckt, dass in dieser Enklave auch Kinder leben (müssen)? Wenn Menschen unter den staundenden Augen der arbeitenden Bevölkerung auf öffentlichem Grund walten und schalten? Freiraum – alles rechtens! Es kann doch wirklich nicht angehen, dass die Stadt nicht schnell genug ein Ersatzgelände findet. Wohl bemerkt eines, welches den Ansprüchen der Bauwagenbewohner auch genügt. Eine Wohnung gar? Nein – das wäre nicht frei genug.

Da räumt die Stadt Flensburg mit lautem Tamtam die Luftschlossfabrik. Wasserwerfer und hunderte Polizisten vertreiben die Bösewichte. Die Krawallmacher. Die Aufsässigen. Keiner aber schaut hin, was sich keine 500 Meter weiter anbahnt – noch in der Nacht vor der Räumung werden die ersten Bauwagen neben die Lagerfläche an der Europawiese verbracht. Natürlich, irgendwo müssen die Liebhaber des Freiraums ja wohnen. Und was wäre da schöner, als ein Platz am Hafen? In welchem dieses Jahr 3 Kreuzfahrtschiffe festmachen? Eine malerische Empfangskulisse für die Gäste aus aller Welt – in der Tat! Ich sehe schon die großen Banner, die den Besuchern unserer schönen Stadt diesen Schrotthaufen als Kultur verkaufen wollen.

Dank der gelebten Inkonsequenz der Stadt entsteht seit 2 Monaten eine neue „Kultur“ am Flensburger Hafen, geduldet von eben denen, die die Spitze des Harniskais ganz schnell für sich haben wollten.Um….

… etwa Platz für die EM 2016 zu machen, für ein Public Viewing Event der Sonderklasse? Aber halt nein – da gab es doch einen Ideenwettbewerb. Eine Bügerbeteiligung für eine 2 Jahre befristete Zwischennutzung. In einer eilig verbreiteten Meldung macht die Stadt klar – den Wettbewerb gibt es trotz Public Viewing. Aber bevor die Ideen der Flensburger Bürger zerpflückt werden, muss sich doch noch eine lukrative Zwischennutzung finden lassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Flensburg tut sich schwer, seinen Bürgern das Vertrauen zurückzugeben, welches durch immer wiederkehrende Possen erschüttert wird. Wie sagte doch neulich ein Freund von mir:

In Köln wurde der Klüngel erfunden, in Flensburg perfektioniert.

 

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