Garten2000 1Es war nicht ungewöhnlich, dass Könige sich selbst auf den Thron gehoben haben. Mit dem „Margeritenkönig“ ist es nicht anders. Irgendwann in den Anfängen von Garten 2000 wollte Herbert Holweg seinen Betrieb bekannt machen, durch ein Reklameblättchen. Für einen professionellen Grafiker fehlte damals noch das Geld. Also griff der gelernte Gärtner zum Stift und zeichnete ein paar Blüten, die einfachsten, die einem auch ohne künstlerische Ambitionen leicht von der Hand gehen, Margeriten. Sie sollten in den nächsten Jahrzehnten zum Markenzeichen für seinen Betrieb werden. Aus einer Margerite wurden Tausende und aus dem Herr über das Blütenmeer, der ‚Margeritenkönig’.

Die einfache Blüte ziert noch heute alle Werbematerialien und die Beete des immer mehr gewachsenen Gartenfachgeschäftes.











Nach über dreißig Jahren Regentschaft hat sich Herbert Holweg (69) aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen, nicht zuletzt seiner Gesundheit wegen. Ganz Abschied nehmen wird er nie, denn sein Wohnhaus hat er gemeinsam mit seiner Frau am Rande des über 2 ha großen Betriebes in Handewitt gebaut. Dort ist Platz für die Sammelleidenschaft der beiden. Galerien mit Hühnervögeln aller Materialien und Teddybären aller Epochen zieren das Innere des Hauses.

„Wir haben schon ganz viel weggegeben“, sagt er. Man mag es nicht glauben angesichts der Menge an Getier. Dafür wurde Platz geschaffen für wunderhübsche Blumengebinde, die nie verwelken. „Alles künstliche“, lacht Frau Holweg.

Nur 59 Meter weiter blüht es in aller Natürlichkeit, eine Farben- und Formenpracht, die auf die Besucher unwiderstehlich wirkt.

Angefangen hat alles bescheiden. Für Herbert Holweg war es nie eine Frage gewesen. Er wollte Gärtner werden. In Niebüll ging er in die Lehre. Er hatte sich einen großen Betrieb ausgesucht mit Gemüseanbau. Sellerie, Möhren, Kohl und Rhabarber waren seine ersten Studienobjekte. Der Gartenbaubetrieb belieferte im großen Stil etwa die Kinderheime auf Sylt. Der Lehrling lernte von Anfang an in großen Dimensionen zu denken. Es blieb nicht bei der Ausbildung an der Westküste. Er arbeitete nach der Lehre in neun Betrieben, um, wie er sagt, die ganze Bandbreite des Garten- und Pflanzenbaus kennenzulernen. Schließlich landete er in Hamburg und lernte die kreative Kunst der Gartengestaltung. Mit einem Auftrag landete er wieder auf Sylt, um dort für den Verleger Axel Springer (Bild-Zeitung) dessen Garten zu gestalten.

Herbert Holweg war damals, vor fast 40 Jahren, seiner Zeit weit voraus. Er hatte erkannt, dass für ein erfolgreiches Gartenbauunternehmen nicht nur handwerkliche Fähigkeiten zählten, sondern das Wirtschaften erlernt werden musste. Er studierte Marketing Management und lernte in Grünberg alles über Vermarktung und Werbung.

Schließlich war er davon überzeugt, das notwendige Rüstzeug zu besitzen, um einen eigenen Betrieb zu gründen.

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