Eins ist klar: Im April 2016 wird der 6. Seniorenbeirat gewählt. Dann beträgt das Durchschnittsalter der jetzigen Beiratsmitglieder gut 73 Jahre. Wahlberechtigt und wählbar sind aber alle Einwohnerinnen und Einwohner, die am Wahltag mindestens 60 Jahre alt und wenigstens drei Monate mit erstem Wohnsitz in Flensburg gemeldet sind. Fast alle derzeitigen Mitglieder des Beirats scheiden aus. Manche haben sich bis zu 15 Jahre, andere 10 Jahre nach Kräften eingesetzt. Schön wäre es, wenn jetzt eine „nächste Generation“ ab 60+ einsteigt. Als ich 2006 gewählt wurde, hatte ich mich um Flensburger Kommunalpolitik kaum gekümmert. Ein Ansatzpunkt war damals die „Niederlage“ unserer Bürgerinitiative in der Auseinandersetzung um die „Südermarktpassage“, heute „Flensburg Galerie“. Vom Wirken des Seniorenbeirats seit 1993 wusste ich wenig, aber warum nicht das einmal ausprobieren? Als ich mein Wahlergebnis erfuhr, beschloss ich: „Ganz oder gar nicht“ und bewarb mich um den Vorsitz. Da wurde es spannend: Welche Ideen für Flensburg konnten wir beitragen? Was kann der Seniorenbeirat überhaupt bewirken – für wen speziell und was für alle? Über die Aufgabenstellung, Erfolge oder Misserfolge in den Vorjahren erfuhr ich wenig. Wohl aber, dass es lediglich einen Gründungsbeschluss der Ratsversammlung aus dem Jahr 1993 gab, der bei konkreten Anlässen von der Verwaltungsleitung interpretiert wurde. Natürlich haben wir gleich nach der Wahl ein paar laufende Aktivitäten fortgesetzt und aktuelle – vielleicht neue! – Aufgabenstellungen diskutiert, sind in einigen Ratsausschüssen ungewohnt aktiv und fordernd aufgetreten – nicht lediglich als Lobby für alte Menschen, sondern immer auch mit dem Blick aufs Ganze. Dies erstaunte zunächst: Der Seniorenbeirat – durch Direktwahl autorisiert(!) – als „dritte Kraft“, die sich im kommunalen Geschehen genauso verantwortlich beteiligen wollte wie Verwaltung und Politik? So wurde schon zum Jahreswechsel 2006/7 allen klar, dass wir endlich eine Satzung benötigten, die unsere Beteiligungsrechte und Pflichten beschrieb. Im Juli 2007 wurde unsere Satzung in der Ratsversammlung einstimmig verabschiedet. Sie ist nach meiner Einschätzung die „beste Satzung“ von allen Seniorenbeiräten in Schleswig-Holstein. Diese Satzung weist uns die Zuständigkeit für „die Belange der Seniorinnen und Senioren“ zu. Das ist sicher nicht vor allem „Lobbyarbeit“ für Ältere, sondern im generativen Wandel „Mitverantwortung fürs Ganze“. Denn uns Ältere treibt vieles um, das wir in Flensburg, Schleswig-Holstein und darüber hinaus für alle Generationen gern „besser geregelt“ sähen – und Ideen für Neues haben wir auch …
Aber wie können wir erreichen, dass diese Aufgaben von neugewählten Mitgliedern in Frische und Unbefangenheit weiterhin selbstbewusst so erfüllt werden, dass die „dritte Kraft“ wirksam bleibt? Alle, die da mehr wissen wollen, laden wir ein, an unseren öffentlichen Sitzungen teilzunehmen, spezielle Veranstaltungen zu besuchen und im Laufe des Winters mit uns über die Aufgaben und Möglichkeiten in diesem bedeutsamen Ehrenamt zu sprechen. Es beginnt jetzt im Oktober in der Woche „Flensburg aktiv – Begegnung der Generationen“ mit den Veranstaltungen zum „Tag des Seniorenbeirats“ am Mittwoch, 14.10. (siehe Kasten unten). Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Ekkehard Krüger, Vorsitzender des 5. Seniorenbeirats

„Tag des Seniorenbeirats“
Mittwoch, 14.10. ganztägig
im Europaraum des Rathauses
kostenfrei – eine Anmeldung ist nicht erforderlich











09:00 Uhr „Flensburg – schön oder schaurig ?“ – Ansatzpunkte für den Seniorenbeirat.
Foto-Ausstellung. Mitglieder des Seniorenbeirats bieten ganztägig Informationen, Ideen und Meinungen dazu.

15:00 Uhr „Deutsch-Dänische
Kulturachse“ – Vom Deutschen Haus zum Flensborghus“
Typische Bauwerke, Höfe, Hinterhäuser: Bedeutung der Denkmale, Wünsche zur Erhaltung und Erneuerung, Lichtbilder-Vortrag und anschließende Führung vor Ort: Eiko Wenzel, Stadt Flensburg, stv. Leiter des Fachbereichs „Entwicklung und Innovation“.

19:30 Uhr „Generationenwechsel im Seniorenbeirat?“

Einführung und Gesprächsleitung:
Dr. Ekkehard Krüger mit einer Arbeitsgruppe des Seniorenbeirats.flj

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