Nachdem die Verwaltung ihre Zusagen für einen neuen geeigneten Stellplatz nicht einzuhalten schien, ergriff die LINKE-Fraktion mit neuen Vorstößen im Planungsausschuss SUPA erneut die Initiative für eine Lösung

Nach der Räumung der Luftschlossfabrik am Harniskai am 3. Februar harren die ehemaligen BewohnerInnen auf dem provisorischen Stellplatz auf der Europawiese aus. Als endgültige Lösung war dieser Ort nie gedacht. Daher gab es die Zusage der Flensburger Verwaltung, einen geeigneten Standort für die Wagen der „LuftschlösslerInnen“ zu finden.











Doch davon, so ließ die jüngste Stellungnahme aus dem Rathaus verlauten, blieb vor wenigen Tagen nur ein Achselzucken. 27 Standorte seien überprüft worden, aber ein geeignetes Quartier sei dabei nicht gefunden worden. Für die „LuftschlösslerInnen“ wäre mit diesem Ergebnis die Luft dünn geworden. Deswegen wandte sich die Ratsfraktion DIE LINKE mit einer Anfrage zu Details der Grundstückssuche sowie einem Antrag, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, einen dringend benötigten und geeigneten Stellplatz zu finden, an den Planungsausschuss sowie die Ratsversammlung. In der Verwaltung lagen daraufhin die Nerven blank und sie schob nur wenige Stunden später einen eigenen Antrag nach, in dem sie nach dem Motto „Friss oder stirb!“ ein Grundstück am Alten Kupfermühlernweg nochmals prüft oder aber – im Falle eines Negativergebnisses – den jetzigen Aufenthaltsort an der Europawiese ersatzlos räumt.

Mit dieser Breitseite gegen den LINKEN-Antrag wurde dem/der geübten BeobachterIn schnell klar, dass ein Scheitern der Stellplatzsuche seitens der Verwaltung wenn schon vielleicht nicht angestrebt, so doch zumindest einkalkuliert worden war.

Wie bereits bei der von der Ratsfraktion DIE LINKE angestoßenen Ratsdebatte im März ist es auch diesmal DIE LINKE die einzige politische Kraft, die bei der Lösung für die durch die gewaltsame Räumung des früheren Luftschlossfabrik-Geländes nun heimatlosen BewohnerInnen nicht locker lässt. Schließlich, so verlautet es aus der Fraktion, gebe es für DIE LINKE eine Verpflichtung, sich für alternative Lebens- und Wohnkultur einzusetzen. Auch dies gehöre eindeutig zu den so genannten „Flensburg-Zielen“, in denen es unter anderem heißt: „Flensburg ist attraktiv für alle Bewohnerinnen und Bewohner“

Für die heutige Sitzung des Planungsausschusses SUPA erklärt sich DIE LINKE allerdings bereit, den Antrag bis auf weiteres zurückzustellen, damit sich auch mit den anderen Parteien, die bisher aus Wahlkampf- oder ideologischen Gründen eher „luftschlossfeindlich“ gehandelt haben, eine gemeinsame Lösung erreichen lassen kann.

Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber: „Wir wollen dem Projekt nicht den Weg verbauen, indem wir einen Antrag stellen, der heute abgelehnt werden würde, während eine neue Diskussion um Wohnwagensiedlungen aufkeimt. Wir hoffen, dass wir nicht wieder Wahlkampf auf Kosten eines alternativen Wohn- und Kulturprojekts erleben“, erklärt die LINKEN-Fraktionsvorsitzende Gabi Ritter.

„Wir sind an einer endgültigen Lösung für die Luftschlossfabrik interessiert, die schon viel zu lange hinausgezögert wurde. Wir werden genau beobachten, ob die große Mehrheit im Rat ihren aktuellen Antrag ernsthaft verfolgt oder nur Zeit schinden will, wie in der Vergangenheit. Sollte dieser Eindruck entstehen, liegt unser Antrag sofort wieder auf dem Tisch.“

Weitere Artikel anzeigen
Lade mehr Pressemitteilungen

Jetzt gleich kommentieren:

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:

Auch interessant

Was braucht ein engagiertes Miteinander in Flensburg?

Flensburg. Wie möchten Flensburgs Einwohnerinnen und Einwohner miteinander leben? Was mach…