Hofkultur

| 28/07/2017

Es ist „Halbzeit“ bei der Hofkultur; seit dem 21. Juli ist die Kultur in den Flensburger Höfen zu Gast. Noch bis zum 20. August werden Flensburgs Kult-Höfe durch Künstler aller möglichen Genres aus der Region und der ganzen Welt in alte und neue Klänge getaucht. Am 2. August geht es wieder los mit Vertiko, einer Band, die die furiose Mischung aus Tango, Swing und Comedy perfektioniert hat und die nicht nur die Beine zum Tanzen, sondern auch den Mund zum Lachen bringt. Ein weiteres Highlight tragen Torpus & The Art Directors bei, eine Gruppe aus der Region, die Heimatgefühle aufkommen lässt und auch auf den Dänen Lasse Matthiessen, der 2009 von Radio Eins zum Newcomer of the year gekürt wurde, können sich die Besucher freuen. Einen fulminanten Abschluss und ein rundes Ende bietet das Singer-Songwriter-Duo milou & flint, bei denen – so sagt man – es schon einmal vorkommen kann, dass man in ihren Kompositionen eine Heizung klappern, einen Stromzähler oder eine Papiertüte hören kann, die kunstvoll in die Musik eingewoben sind, danach schließt die 23. Flensburger Hofkultur wieder ihre Tore und wir freuen uns auf Nummer 24.

Vertiko (D)

Mittwoch, 2. August, 20:30 h
Am Güterbahnhof, Mühlendamm 21
Genre: Swing/Jazz

Was passiert, wenn eine Band sich entschließt, Gedichte von Erich Kästner zu vertonen? Richtig, es wird höchst unterhaltsam. Mit enormer Virtuosität, unbändiger Spielfreude und jeder Menge Spaß bringt die Hamburger Band Vertiko Kästners Texte im musikalischen Gewand der 1920er und 1930er Jahre unter. So entstehen Tango, Swing, Walzer und Ragtime neu, die nicht nur die Beine zum Tanzen, sondern auch den Mund zum Lachen anregen. Denn im Gegensatz zu Kästners weltberühmten Kinderbüchern sind viele seiner Gedichte ganz und gar nicht jugendfrei – sie erzählen von Geschichten im Rotlichtmilieu, sind schwarzhumorig und politisch. Lakonisch nimmt er das bizarre Verhalten seiner Mitmenschen aufs Korn. Musikalisch untermalt werden die satirischen und humoristischen Texte, veredelt von der markanten Kontra-Alt-Stimme von Nina Majer, von Klavier, Akkordeon, Waschbrett, Klarinette und Saxofon. Bei Regen im Foyer
Thorbjørn Risager &
The Black Tornado (DK)

Freitag, 4. August, 20:30 h
Hof Flensborghus, Norderstraße 76
Genre: Rhythm’n‘Blues

Thorbjørn Risager & The Black Tornado aus Kopenhagen: Risagers ausdrucksstarke, mächtige Stimme steht im Zentrum – und doch ist die siebenköpfige Band, die in zehn Jahren ihres Bestehens bereits zehn Alben veröffentlicht hat, ein äußerst homogenes Gebilde. Thorbjørn Risager & The Black Tornado bieten bodenständigen Rhythm’n’Blues, Roots-Blues und emotionsgetränkten Soul. Sie gewannen zwei Mal in Folge den „Danish Music Award“, wurden für den „British Blues Award“ nominiert und gewannen den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“. In Zusammenarbeit mit SSF. Bei Regen im Flensborghus

Torpus & The Art Directors (D)

Sonnabend, 5. August, 20:30 h
Hof des Aktivitetshuset, Norderstr. 49
Genre: Folk/Pop

Nordfriesische Gelassenheit, es gibt sie wirklich. Torpus & The Art Directors sind der Beweis. Kaum eine neue Band wirkt so gelassen und gleichzeitig doch so selbstsicher wie das aus Niebüll stammende, mittlerweile nach Hamburg umgesiedelte Quintett. Die Band um Sänger Sönke Torpus hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Heimatgefühle zu vertonen. Die Texte handeln von Abschieden und Schlussstrichen, aber auch vom Heimkommen, Optimismus und Hoffnung. Musikalisch untermalt haben Torpus & The Art Directors das mit warmem Folk-Pop, geprägt von Country-Einflüssen und fünfstimmigem Chorgesang, der so harmonisch klingt, dass es schon fast unverschämt ist.
Bei Regen im Schifffahrtsmuseum
Lasse Matthiessen (DK/D)

Mittwoch, 9. August, 20:30 h
Hof der Dansk Centralbibliotek,
Norderstraße 59
Rubrik: Singer/Songwriter

Die Musik von Lasse Matthiessen ist ein Sonntag, ein Lagerfeuer, ein heißer Kakao fürs Herz. Sie bewegt sich zwischen Entschleunigung, Melancholie und Folk. Der Kopenhagener mit Wohnsitz in Berlin erinnert in einigen Akkorden oder Melodiebruchstücken an Nick Drake, Bob Dylan und Bon Iver – aber bleibt dabei immer ganz eigen. Manchmal zart und fragil, dann wieder intensiv und kraftvoll. Dieser Dualismus ist es auch, der die Songs antreibt und sich in Lasses Stimme wiederfindet. Mit dieser und den immer leicht wehmütigen Texten entsteht so ein ganz eigenes poetisches Universum. Bei Regen in der Bibliothek

Sarah Lesch (D)

Freitag, 11. August, 20:30 h
Roter Hof, Rote Str. 14
Genre: Singer/Songwriter

Entstanden auf Reisen, am Strand, auf Dachterrassen, hinter großen und kleinen Bühnen, an fremden Küchentischen – das ist Sarah Leschs Singer-Songwriter-Musik. Gemacht aus Notizen, Inspirationsfetzen und Begegnungen, aufgenommen in Hotelzimmern, Kellerstudios und Künstlerateliers, bedient sich Sarah Lesch in bester Liedermachermanier bei diesem und jenem Genre, ohne sich dabei auf eins festzulegen. Rotzig und intim, klug und weltfremd zugleich, tanzt und springt sie zwischen den Welten. Der Grundton ihrer Songs ist in der Mehrzahl zwar lässig bis sonnig, doch bei genauerem Hinhören entdeckt man nicht selten einen hemdsärmeligen Sarkasmus. Keine Frage – Sarah Lesch ist eine Liedermacherin, die verbal hinlangen kann: Ihre Lieder handeln von Liebe und Leichtigkeit, aber auch von Heuchelei, Ausbeutung und Ignoranz.
Bei Regen im Schifffahrtsmuseum
Fynn Großmann Quintett (D)

Sonnabend, 12. August, 20:30 h
Roter Hof, Rote Str. 14
Rubrik: Jazz – homegrown

Fynn Großmann ist in Flensburg aufgewachsen. Und hier wurde auch der Grundstein seiner musikalischen Karriere gelegt: Mit sieben Jahren begann sein Saxophon-Unterricht. Mittlerweile studiert er Jazz-Saxophon und Oboe in Hannover, ist in mehreren Jazz-Bands, klassischen Orchestern und Cross-Over-Projekten aktiv – und zusätzlich ist er neben seiner Tätigkeit als ausführender Musiker noch Komponist und Arrangeur für seine eigenen Bands, Bigbands (Free Will To Here, BigBernstorffBand) und Orchesterprojekte (Highfive&Symphony). Für all das wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Kulturförderpreis des Landes Schleswig-Holstein. Im Roten Hof tritt Fynn Großmann mit Phillip Dornbusch (tenorsax), Marko Djurdjevic (piano), Clara Däubler (bass) und Johannes Metzger (drums) auf. Auf dem Programm Eigenkompositionen, die mit dem Begriff moderner Jazz beschrieben werden können.
Bei Regen im Schifffahrtsmuseum

Zmei3 (RO/D)

Mittwoch, 16. August, 20:30 h
Brasseriehof, Große Straße 42-44
Genre: Rough Romanian Soul

Rumänien. Ein kleines Mädchen aus Transsylvanien. Sie wird von ihrem Vater, einem Priester, in einem Häuschen in einem kleinen Dorf auf den Tisch gehoben. Dann erhebt sie die Stimme und beginnt, rumänischen Soul zu singen. Leute versammeln sich und hören ihr mit Tränen in den Augen zu. Zu diesem Zeitpunkt ist Paula Turcas drei Jahre alt. Somit steht schon früh fest, wohin ihre Reise gehen soll: Noch sehr jung, verlässt sie ihr Heimatdorf, um Musik zu studieren. Als Sopranistin erfolgreich tritt sie in verschiedenen Opernhäusern der Welt auf – bis sie bemerkt, dass ihr Herz für eine ganz andere Art Musik schlägt. Paula stößt zu Zmei3 um den Vibrafonisten Oli Bott dazu und komplettiert mit ihrer düsteren Stimme die „down-to-earth“-Mischung aus
Blues und Soul mit Einschlägen aus Jazz, Avantgarde und rumänischem Folk. Bei Regen in der Phänomenta

Miu & Band (D)

Sonnabend, 19. August, 20:30 h
Hof des Schifffahrtsmuseums,
Schiffbrücke 39
Rubrik: Jazz/Pop/Soul

New York. Ein kleiner, verlebter Club in Manhattan. An einem alten Flügel sitzt eine junge Frau, deren wache Augen von einem schwarzen Lidstrich gerahmt sind. Um dort zu singen, wo einst Soulgrößen wie Donny Hathaway oder Marvin Gaye den Club zum Kochen brachten, hat Miu nach ihrer Ausbildung in der Werbung ihre Ersparnisse zusammengekratzt und ist allein in den Big Apple geflogen. Der Club „The Bitter End“ ist ihr persönlicher Start. Zurück in ihrer Heimatstadt Hamburg wird ihr immer klarer, dass sie fortan ihr Leben der Musik widmen möchte. Stück für Stück formt sie ihre eigene Band, schreibt mit ihr an groovigen Arrangements und schult ihre markante Stimme.
Mit Erfolg: Ende 2016 hat Miu das erste verstärkte Konzert überhaupt in der Elbphilharmonie in Hamburg gespielt. Ihre Kompositionen bewegen sich irgendwo zwischen Jazz, Pop und Soul, immer gemischt mit einer Portion Retro-Flair. Mit Miu auf Bühne bei der Hofkultur steht ihre siebenköpfige Band inklusive souligem Bläsersatz. www.miu-music.de
Bei Regen wird der Hof teilweise überdacht

milou & flint (D)

Sonntag, 20. August, 11:00 h
Krusehof, Rote Straße 22
Rubrik: Singer/Songwriter

Zwei Multiinstrumentalisten, die zusätzlich noch aus jedem erdenklichen Gegenstand einen Ton hervorzaubern können – das ist das Singer-Songwriter-Duo milou & flint aus Hannover. So kann es schon einmal vorkommen, dass man in ihren Kompositionen eine Heizung klappern, einen Stromzähler oder eine Papiertüte hören kann, die kunstvoll in die Musik eingewoben sind – unbeschwerter, leichter Pop mit der Frische französischer Chansons, der von der „Elle“ eine „Lagerfeuerromantik á la Simon & Garfunkel“ attestiert bekam und garantiert nie langweilig wird.

KinderHofKultur

Mittwoch, 30. August bis Freitag,
1. September, 14:00 – 18:00 h
Marienkirchhof

Kinder sind Künstler. Drei Tage lang steht der Marienkirchhof wieder ganz im Zeichen der Kinder und ihrer Kreativität. Täglich ab 14 Uhr bieten das Kinder- und Jugendbüro und zahlreiche Jugendzentren der Stadt Kindern viel Raum für künstlerische Aktivitäten. Natürlich darf auch einfach gespielt werden. Und zur Stärkung bietet ein kleines Café Getränke und Kuchen. Am Ende jedes Nachmittags öffnet um 17 Uhr die Bühne mit einem speziellen Programm für die Kleinen
Eintritt frei

Informationen:

Kulturbüro Flensburg, Tel.: 0461-851390
www.flensburger-hofkultur.deflj

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