Die 80er sind zurück

| 28/02/2017

So langsam kämpfen sich die Farben in der Natur durch: Bunte Farbspritzer sprenkeln die Wiesen und es wird wieder grün. Beim Frühjahrsputz fegen wir den Winter raus und räumen den Kleiderschrank um. Weg mit den dunklen Strickpullovern und her mit den neuesten Frühjahrstrends!

Quietschgrün

Das Institut Pantone fasst regelmäßig zusammen, welche Farben die Saison repräsentieren. Für das anstehende Frühjahr kürte es Niagara, ein sanftes Denim-Blau, zum Sieger. Unter den Top Ten befinden sich noch das verwandte Dunkel- und Wasserblau. Dieser Trend knüpft an vorhergehende Modelinien an, sodass Kleidungsstücke vom letzten Sommer problemlos einen weiteren getragen werden können.

Mint spiegelt im Frühjahr die aufkeimende Blumenwelt und lässt besonders zart und feminin wirken. Dabei darf Rosa nicht fehlen. Auf der Pantone-Liste findet sich noch Kale, was so viel wie Grünkohl bedeutet. Military, Oliv und Khaki zählen in diese Kategorie hinein und sind dankbar zu kombinieren. Zusammen mit Weiß wirkt das Outfit hell und klassisch, was in vielen Alltagssituationen angemessen ist. Deutlich knalliger kommt die Trendfarbe daher: Greenery. Die grasgrüne Neonfarbe soll nicht nur etwas für wilde Partynächte sein, sondern immerzu funktionieren. Doch sie muss selbstbewusst getragen werden, schließlich zieht sie Blicke an.

Ebenso verbannt Flame, flammendes Orangerot, den Winter und frische Gelbtöne gehen in die nächste Runde. Im Anschluss an den letzten Herbst ist alles zwischen Butterblume, Curry und Sonnenschein angesagt. Alle Signalfarben sollten gewissenhaft kombiniert werden. Schlichte Farben und Muster konkurrieren nicht zusätzlich um Aufmerksamkeit, sondern beruhigen den Gesamtauftritt. Andersherum können einzelne Farbtupfer einem Outfit das gewisse Etwas verleihen. Das gilt auch für Pink: Wie in dem Filmklassiker „Ein süßer Fratz“ mit Audrey Hepburn soll Pink sich durchsetzen. Zumindest auf den großen Laufstegen waren Models komplett in die Farbe gehüllt.

Trends vom Laufsteg

Wie die Neonfarben verlassen auch Pailletten bestickte Kleidungsstücke die Kategorie „Nachtleben“. Schicke Röcke und Shorts verwandeln sich mit lässigen Oberteilen zu Alltagsoutfits. Eine Möglichkeit sind T-Shirts mit Aufschriften, die wieder mehr in Mode kommen sollen. Ob provokant oder witzig – mit Buchstaben auf Brust und Bauch kann man sich seinen Mitmenschen mitteilen, ohne den Mund zu öffnen. Ein frecher Spruch über einem schimmernden Rock spielt mit Kontrasten und Aussagen. Außerdem gibt es pfiffige Oberteile, auf denen man die Pailletten wenden kann. Diese wechseln die Farbe oder lassen eine versteckte Botschaft erscheinen, sodass man je nach Stimmungslage das Outfit ändern kann. Aber Vorsicht vor Neugierigen, die selbst Hand anlegen wollen … Auf den Fashionshows weltweit haben sich die 80er Jahre durchgesetzt und bringen viele Trends zurück. So kräuseln sich Rüschen über unterschiedliche Kleidungsstücke und lassen sie verspielt wirken. Allerdings sollten die Stofffalten sparsam eingesetzt und nicht gleichzeitig getragen werden.

Zeitreise in die 80er

Eine weitere Hommage an die 80er ist das Augenmerk auf den Ärmeln. Puff- und Trompetenärmel sind wieder da, auch Schulterpolster kommen wieder. Nachdem nun jahrelang über Fotos aus dem vergangenen Jahrzehnt gelacht wurde, wird sich bald zeigen, ob diese Schnitte sich wirklich wieder durchsetzen. Den Schritt von schrullig zu stilvoll geschafft haben in den letzten Jahren blumige Tapetenmuster. Und sie bleiben auch in diesem Jahr: Kleider, die aus Großmutters Tischdecke genäht sein könnten, sind der letzte Schrei. Auch florale Stickereien zieren Blusen und Jacken.

In den letzten Jahren zwängten Frauen sich überwiegend in hautenge Röhrenjeans, nun werden die Schnitte etwas weiter. Gerade geschnitten und in 7/8-Länge finden sie sich jetzt schon auf Fashion-Blogs. Nach wie vor sind Destroyed Jeans – also Hosen, die mehr kaputt als ganz sind – angesagt. Doch inzwischen bewegen sie sich im Reconstructed-Stil wieder Richtung geschlossenes Bein. Für ein geflicktes Aussehen werden anders gefärbte Stoffteile eingesetzt. Im unordentlichen Design treten auch Ankle Jeans auf, die über dem Knöchel abgeschnitten sind und ausfransen. Ganz im Stil der 80er Jahre haben Cropped Jeans einen Rüschen verzierten Saum und mancher Designer frisiert die Hosenbeine zum Vokuhila, bei denen die hintere Hälfte länger ist als die vordere.

ABBA bitte mit Plateau!

Die 80er setzen sich auch in der Schuhmode durch, sodass wieder Plateau getragen wird. Die hohen Seitenteile bieten den Designern Platz für Verzierungen. Jedoch können die breiten Sohlen schnell klobig wirken, was man beim Zusammenstellen des Outfits im Hinterkopf haben sollte. Sind die Schuhe hinten offen, können sie an Badeschlappen erinnern. Ebenfalls an der Ferse offen sind Mules, dem französischen Begriff für Pantoffel. Mit oder ohne Absatz, an den Zehen geschlossen oder offen, schlicht oder geschmückt – diese Form tritt vielseitig auf. Zudem kann man schnell hinein- bzw. hinausschlüpfen, sodass sie ideal für warme Tage sind.

Die breiten Blockabsätze des Winters werden eingetauscht gegen extrava-
gante Absätze: Wie wäre es mit einer Art gedrechseltem Stuhlbein oder einem Buchstaben? Dieser Trend zieht auf jeden Fall alle Blicke auf sich. Für kühle Frühlingstage eignen sich Schuhe aus Stoff mit einem engen Schaft, der fast wie eine Socke aussieht. Und noch wärmer halten Sommerstiefel, die sogar bis übers Knie reichen. Schicke Sandaletten und Pumps sind vermehrt mit einem Riemchen über dem Knöchel ausgestattet, was zierlich aussieht und Herausrutschen verhindert. Farblich spielt Metallic wie im letzten Jahr vorne mit.

Feines drunter tragen

Die Temperaturen allein erzwingen keinen Garderobenwechsel der Lingerie. Doch wegen der wegfallenden Kleidungsschichten blitzen BH-Träger leichter durch. Gerade bei transparenten Stoffen oder schmalen Trägern der Oberbekleidung sollte das einkalkuliert und farblich angepasst werden, um ein gelungenes Gesamtoutfit zu gestalten. Darum finden sich in den Frühjahrskollektionen passend zu den Modeabteilungen viele Pastelltöne wie Eisblau, Türkis und Pfirsich. Einige Träger sind mit Blumen oder geometrischen Formen verziert und lassen sich darum gerne und bewusst präsentieren.

Schick in der Lieblingsfarbe

Jedes Jahr im Frühjahr stehen Feierlichkeiten an, bei denen Fotos gemacht werden, die man sich ein Leben lang ansieht. Neben der beginnenden Hochzeitssaison laden Konfirmationen und Schulabschlussbälle die jüngere Generation ein, sich mal richtig schick zu machen. Und die ältere Generation macht gerne mit, schließlich feiert sie einen bedeutenden Augenblick im Leben der Verwandten und Freunde. Unter den Materialien ist Taft verschwunden, stattdessen sind lange, schlanke Kleider im Fokus.

Farblich ist kein bestimmter Ton vorgesetzt, wie es vor ein paar Jahren mit Nude, also Hautfarbe, der Fall war. Daher können Frauen ihre Traumrobe nach individuellem Teint und Lieblingsfarbe auswählen, ohne von einer Trendwelle beeinflusst zu werden. Der Teint bewirkt, dass das gleiche Kleid an unterschiedlichen Frauen anders wirkt. Also, keine Sorge, falls eine andere im gleichen Outfit auftaucht!

Kaffee und Obst auf dem Kopf

Bei den vielen Farben und Mustern, die sich an der Kleidung gegenseitig die Schau stehlen, lässt es die Haar-Industrie ruhiger angehen. Natürlich sollen sie aussehen, weshalb Schnitte und Farben sanfter daherkommen. So bieten etwa alle Kaffeefarben – von dunklem Espresso bis hellem Milchkaffee – viele Möglichkeiten, einen solchen Look zu erschaffen. Basierend auf der beliebten Färbetechnik Balayage soll Root Blurring für noch fließendere Übergänge sorgen.

Auf sozialen Netzwerken sieht man immer mehr Bilder von orange-rot gefärbten Haaren. Der Spitzname Blorange kommt von der Blutorange, also einer roten Orange. Auch andere Früchte lassen sich mit hineinnehmen wie Pfirsich und Erdbeere, sodass ein Rosastich mitspielt. Gestylt werden Haare in dieser Saison weniger streng, lieber bewusst unordentlich oder romantisch mit leichten Wellen – also Hände weg vom Glätteisen!

Hochstapler

„Weniger ist mehr“ war gestern, wenn es um Accessoires geht. 2017 wird der Schmuck gestapelt, sodass sich niemand mehr für ein Stück entscheiden muss. Viele feine Ketten, Ringe und Armbänder ergeben insgesamt ein verspieltes Gesamtbild. Dabei sind die einzelnen Schmuckstücke weniger detailliert, sondern zeigen klare geometrische Formen oder witzige Anhänger wie Smileys und buntes Obst. Kauft man den Schmuck im Set, sind Längen und Material aufeinander abgestimmt und lassen sich gut gemeinsam tragen.

Zu langen Ketten lassen sich Choker kombinieren. Das sind eng anliegende Halsbänder, die dem englischen Begriff nach ihre Träger würgen. Damit nur dem Betrachter die Luft wegbleibt, sollte das Band dehnbar sein oder zum eigenen Halsumpfang passen. Ebenso verhält es sich mit breiten Taillengürteln, die mit der 80er Welle zurückgekommen sind. Mit einem glänzenden Metallic-Gürtel betont man seine Körpermitte ganz besonders.

Auch am Ohr ist viel los: Piercings treten weniger alleine auf und können untereinander mit Ketten verbunden werden. Einen Effekt kann man erzeugen, indem man nur auf einer Seite einen großen Ohrring trägt. Die Asymmetrie kann man mit einer entsprechenden Frisur verstärken.

Schmetterling auf der Nase

Beruhigende Nachrichten für alle Brillenträger mit großen Gläsern: 2017 bleiben sie extra groß und bieten den Augen viel Raum zum Strahlen, sodass Make-up nicht übersehen wird. Allerdings verschmälern sich nach und nach die Fassungen, was femininer wirkt. Wieder in den Trend kommen Cateye- bzw. Schmetterlingsbrillen, die nach außen hin größer und nach oben hin spitzer werden. Das kann einen zickigen Blick verleihen, erinnert aber ganz Retro an die 50er Jahre. Vorteilhafter Nebeneffekt: Diese Form lässt das Gesicht schmaler scheinen und zieht die Konturen nach oben.

Nasenstege werden auffälliger, wodurch die Trägerin optische Täuschungen hervorrufen kann. Mit einem Doppelsteg wirken lange Nasen kürzer, während Schlüssellochstege kleine Nasen in die Länge ziehen. Mit einem aktuellen Modell kann man etwas wagen und Trendfarbe Greenery im Gesicht tragen. Wer diese und die anderen Neonknaller lieber an der Kleidung ausleben will, wird mit Nude glücklich, weil es sich beruhigend ins Gesicht einpasst. Wie bei den Haaren sind Farbverläufe erstrebenswert, wofür sogenannte Gradient Colours sorgen. Im Material ist heutzutage vieles möglich und alle werden miteinander gemischt: Natur trifft auf Metall.

Lisa Dauth 

Mit Ayurveda Ballast abwerfen

Der Winter ist eine anspruchsvolle Jahreszeit für den Körper, weshalb er sich einen Schutzmantel zulegt. Sobald der Frühling sich vorkämpft, werden die Einlagerungen überflüssig und wollen abgeworfen werden. Dieser durch die Natur gegebene Kreislauf ist die Grundlage von Ayurveda, der ältesten ganzheitlichen Heilkunst.

Das Wort ist aus dem indischen Sans-
krit und setzt sich zusammen aus Ayus, was Leben bedeutet, und Veda, Wissen. Es bezeichnet das Wissen vom Leben oder auch Lebensweisheit. Diese traditionelle indische Heilkunst ist in Asien wissenschaftlich anerkannt, wohingegen sie im Westen eher im Wellnessbereich eingeordnet und als alternative Medizin angewandt wird. Sie ist mit Hinduismus und Buddhismus verbunden und werden je nach Anwender unterschiedlich betont.

Bei Ayurveda fokussiert man die Naturzyklen und richtet Leben und Ernährung nach ihnen aus. Anhänger gehen davon aus, dass das Leben eine Einheit von Körper, Sinnen, Verstand und Seele ist. Gesundheit erreiche und erhalte man, indem man die Lebensenergien ins Gleichgewicht bringt. Dazu zählen die Prinzipien von Bewegung, Feuer bzw. Stoffwechsel sowie Struktur. Sie werden auch mit den Elementen Luft, Feuer, Erde, Wasser und Äther bezeichnet und stehen für bestimmte Eigenschaften.

Jahreszeiten beachten

Um Einklang zu erreichen, brauche eine gesunde Mischung aus Ayurveda-Massage und -Reinigungstechniken, Ernährung, Yoga und Pflanzenheilkunde. Für eine erfolgreiche Umsetzung sei es wichtig, seinen Alltag konsequent danach auszurichten. Menschen, die diese Regeln beachten, berichten von spürbarer Erholung und Entspannung. Der Lehre nach trägt jeder Mensch eine eigene Zusammensetzung der inneren Energien mit sich, sodass jeder seine Ernährung nach individuellen Bedürfnissen und Stoffwechsel einstellen muss. Weitere Faktoren sind die Tages- und Jahreszeiten.

Winterspeck ist eine Altlast aus dem Winter, wo er hilfreich war, aber ab dem Frühling nicht mehr benötigt wird. Diese sogenannten Schlacken lagern sich aus ayurvedischer Sicht auf körperlicher und emotionaler Ebene ab und stören das innere Gleichgewicht. Das mache sich etwa in Frühjahrsmüdigkeit bemerkbar. Zudem soll dieser Schleim bzw. unverdaute Nahrung Allergien, Gelenkbeschwerden und Übergewicht verursachen.

Ernährung umstellen

Ende Februar beginnt im ayurvedischen Kalender der Frühling und mit ihm die Zeit der Entschlackung. Um sie zu unterstützen, empfiehlt sich die Anregung des „Verdauungsfeuers“. Um den Stoffwechsel anzuregen, eignen sich leichte und gekochte Mahlzeiten aus bitteren Gemüsen und anregenden Gewürzen. Die Natur gibt im Frühjahr genau das her und beschert zusammenziehende Kräuter und Wildgemüse wie Löwenzahn und Brennnessel. Auch frische Salate und Rohkost kommen dieser belebenden Ernährung entgegen. Dass man sich nach dem Verzehr eines Salates leichter fühlt als nach einem schweren Braten, lässt sich ausprobieren und nachempfinden.

Vermeiden sollte man dagegen süße, saure und ölige Speisen sowie Joghurt, Salz und Kartoffeln. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich einer ayurvedischen Ernährungs- oder Gesundheitsberatung unterziehen oder an einem Seminar in der Duburg-Apotheke teilnehmen.

Lisa Dauth 

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